Technical Vocational School Visp

Technical Vocational School Visp

Bonnard Woffray

Die Schweizer Architektur erfreut sich dank einer Vielzahl großer Namen wie Herzog & de Meuron, Peter Zumthor und Valerio Olgiati internationaler Berühmtheit. Aber auch neben diesen berühmten Architekten gibt es noch eine beträchtliche Gruppe hochtalentierter Designer aus unterschiedlichen Generationen, die zur Realisierung der erstaunlichsten Projekte imstande sind. Diese Projekte sind zwar häufig nicht besonders prestigeträchtig, sondern eher schlichte Objekte wie ein Wohnhaus, ein Schulgebäude oder ein Geschäftshaus. Doch ganz gleich, wie schlicht die Objekte auch sein mögen; die enorm hohe Qualität der Leistungen ist außergewöhnlich.

In Visp, im deutschsprachigen Teil des zweisprachigen Kantons Wallis, hat das Architekturbüro Bonnard Woeffray eine technische Berufsschule entworfen und realisiert. Dieses Schulgebäude, das auf der Grundlage des Siegerbeitrags bei einem Architekturwettbewerb gebaut wurde, besteht aus mehreren freistehenden Gebäuden einschließlich zwei vom Typ ähnlicher Schulgebäude aus den 1960er Jahren. Das neue Schulgebäude weicht in Hinsicht auf Form und Volumen nicht von den beiden anderen ab, aber die architektonische Ausdrucksweise unterscheidet sich erheblich von allem in der Umgebung. Dies liegt nicht nur an den rasiermesserscharfen rechten Winkeln, sondern in erster Linie an der faszinierenden Fassadenverkleidung aus glänzendem Stahl und Aluminium.

Die Fassade wird von großen Fenstern, die vom Boden bis zur Decke reichen, geprägt

Das Büro Bonnard Woeffray wurde 1990 von Geneviève Bonnard und Denis Woeffray gegründet, zwei Architekten, die in den letzten zehn Jahren enorm an Bedeutung gewonnen haben. Bonnard Woeffray zeichnen sich hauptsächlich durch ihre bemerkenswert präzise, minimalistische Architektur aus. Die Schule in Visp ist ein hervorragendes Beispiel dafür. In diesem Schulgebäude wird das äußere Erscheinungsbild vom Rahmen der tragenden Betonkonstruktion hinter der Fassade geprägt. Die Fassade besteht aus geschosshohen Fenstern, die im hoch isolierenden Systems CS 86-HI angefertigt wurden. Die blinden Wände, die sich genau an der Stelle erheben, an der der rechteckige Block des Schulgebäudes herausgenommen worden ist, sind mit mattem Aluminium verkleidet, sodass ein subtiler Kontrast zu dem glänzenden Stahl bewirkt wird. Die Klarheit der Architektur setzt sich auch im Innenbereich fort. Wände und Decke präsentieren sich in schlichtem Sichtbeton. Die Klassenzimmer und die anderen Räume werden durch raumhohe, mit dem System CW 50 ausgeführte Glaswände voneinander getrennt. Die Reinheit - und manchmal gar die Intensität - der minimalistischen Architektur enthüllt nichts von den unglaublich umfassenden Maßnahmen, die zur Beschränkung des Energieverbrauchs im Gebäude getroffen wurden. Die Tatsache, dass diese Maßnahmen das reine architektonische Ausdrucksbild nicht beeinträchtigen, ist eine erstaunliche Leistung.

Die mit glänzendem Stahl verkleidete Fassade reflektiert die Umgebung des Gebäudes

Obwohl der mit Preisen ausgezeichnete Entwurf für die Schule aus dem Jahr 2004 stammt und das Gebäude 2009 fertiggestellt wurde, entspricht es den Schweizer MINERGIE-Anforderungen, die 2009 in Kraft getreten sind. Diese neue Norm ist mehr als 25 % strenger als die alten Auflagen aus dem Jahr 2000. Während die neue Höchstanforderung einen Energieverbrauch von 40 kWh pro Quadratmeter für Heizung, Warmwasser und Lüftung vorschreibt, gaben die alten Anforderungen eine Obergrenze von 55 kWh für Schulgebäude vor. Doch das Bauwerk ist nicht nur sehr energieeffizient, sondern darüber hinaus auch überdurchschnittlich erdbebensicher, wofür es sogar mit einem Preis ausgezeichnet wurde. Um den strengen MINERGIE-Anforderungen auch in Bezug auf Energieverbrauch und Luftqualität zu entsprechen, wurde das Fassadensystem auf besondere Weise zu Lüftungszwecken angepasst. Die Lüftung ist in einem breiten Profil untergebracht, das durch die Fassadenverkleidung aus Edelstahl verborgen wird und sowohl mit der Lüftungsklappe als auch der festen Verglasung kompatibel ist, sodass die Anzahl der neu benötigten Profile begrenzt bleibt. Durch diese Details wird eindrucksvoll belegt, dass das Gebäude sowohl hinsichtlich Energieverbrauch als auch Architektur ein klassisches Beispiel für innovative Architektur ist.

Fassadenlösung, horizontaler Bereich

Project solution

 

Element dimensions:

  • Total width: ca. 2600 mm
  • Total height: ca. 3200 mm
  • Divided in: 1 part with ventilation flap on element height
  • (Vent in 1 profile)
  • 1 part with fixed glazing ca. 2000 mm x 2900 mm
  • Total weight element: ca. 500 kg

Fixed glazing:

  • Double insulation glass with laminated safety glass (fall protection)
  • Glass weight: ca. 300 kg
  • Outside glazing

Insulation:

  • Uf < 1.4 W/m²K

Mounting of the elements:

  • The elements were completely fabricated and glazed in the workshop
Verarbeiter: 
FUXVISP AG
Architekt: 
Bonnard Woffray
Ort: 
Vilvoorde, Schweiz View on map
Fotograf: 
Hannes Henz, Zürich
andere Partner: 
Canton Valais (Investors) Canton Valais (General contractors)
benutzt Reynaers Systeme: