De Hofdame

De Hofdame

Klunder Architecten

Klunder-Architekten hatten sich zum Ziel gesetzt, das dominante Erscheinungsbild des Wohnkomplexes De Hofdame graziöser erscheinen zu lassen. Die Verglasung der Balkone und Terrassen durfte daher auch keine überflüssigen sichtbaren Pfosten und Riegel aufweisen; geplant waren etagenhohe Schiebetür Fronten, mit der sich die volle Breite einer Wohneinheit abdecken liess. Das Schiebesystem CP 96 von Reynaers Aluminium erwies sich hier als die perfekte Wahl.   Rotterdam hat für die kommenden Jahrzehnte große Pläne Im März 2007 präsentierte der Stadtrat von Rotterdam das Stadtkonzept Stadsvisie 2030, einen Ausblick auf die Stadtentwicklung bis ins Jahr 2030. Darin manifestiert sich der feste Wille der Stadt, eine Stärkung der (Wissens-) Ökonomie und ein attraktiveres Wohnklima schaffen zu wollen, möchte sie der Konkurrenz anderer großer niederländischer Städte und europäischer Metropolen standhalten. Derzeit wohnen in der Rotterdamer Innenstadt noch verhältnismässig wenige Menschen: auf einen Anwohner kommen drei Arbeitnehmer. Dieses Verhältnis liegt beispielsweise in Amsterdam bei eins zu eins. Um diesem Missverhältnis entgegen zu wirken, wurde mit Stadsvisie der Entschluss gefasst, alle 56.000 geplanten neuen Wohneinheiten im bestehenden städtischen Gebiet zu realisieren und so den alten Wohnvierteln neues Leben einzuhauchen. In diesem Zusammenhang spielt auch die Entwicklung von De Hofdame eine wichtige Rolle. Dieser Wohnkomplex befindet sich im innerstädtischen Viertel Laurenskwartier, in dem insgesamt 1500 neue Wohnobjekte mit Mischfunktionen entstehen sollen. Das Projekt zog sich parallel mit einem anderen Planungsentwurf schon seit einigen Jahren hin, bis sich der Entwickler letztlich an Klunder Architekten wandte, um eine zweite Meinung einzuholen. Das Architekturbüro verstand es, dem umfassenden Programm n einer räumlich und finanziell machbaren Weise am Standort Gestalt zu verleihen.  

ORGANISATION

Architekt Sjoerd Berghuis erklärt, dass er und sein Kollege Rien de Ruiter sich nicht auf die Form, sondern in erster Linie auf die Organisation des großen Ganzen konzentriert haben. “Das Erdgeschoss beispielsweise wurde völlig offen gestaltet, um es von außen allseits zugänglich zu machen. Und um Kosten einzusparen, wurde nur eine unterirdische Parkebene geschaffen. Die Zweite befindet sich im ersten Stock, eine Tatsache, die auch der sozialen Kontrolle Rechnung trägt. Vor allem aber war es unser Anliegen, die grosse Vielfalt in das Wohnungsangebot zu bringen und größere Außenbereiche zu schaffen Wie beispielsweise der Innengarten: eine grüne Oase inmitten der Stadt.” Der folgende Schritt bestand für die Architekten darin, den Umfang des Gebäudes mit seinen 231 Apartments, 345 Parkplätzen, einem Innengarten von 1800 m2 und etwa 2000 m2 Gewerbefläche im Rahmen zu halten. Aufgabe war es, alle Funktionen am Standort zu integrieren und zugleich eine zu dominante Präsenz dieser enormen Masse zu verhindern. Berghuis möchte den Anwohnern schon im Erdgeschoss das Gefühl vermitteln, nach Hause zu kommen. Durch das Zurücksetzen der obersten drei Etagen um fünf Meter gelang es, das Gebäude optisch zu verkleinern. Auf diese Weise bleibt der Komplex auf derselben Linie wie die benachbarte Laurenskirche mit einer Höhe von 25 m. Von den umliegenden schmalen Sträßchen kann man die obersten Etagen nicht mehr erkennen. Erst vom angrenzenden Marktplatz aus ergibt sich der voluminöse Eindruck der gesamten Höhe – die genau der Firsthöhe der Kirche entspricht. Die bei den baulichen Maßnahmen verwendeten Materialien unterstreichen diesen Effekt. Die Unterstufe ist gemauert, während sich die oberen Etagen in Glas und Aluminium präsentieren. Mit der wechselnden Gestaltung der Balkone wollten die Architekten die Größenordnung der einzelnen Wohnungen hervorheben. Berghuis: “Die Bewohner sollen nicht denken, sie seien nur irgend eine Nummer. Anhand der Fassade lässt sich jede Wohnung genau unterscheiden.”

OPTISCHE TÄUSCHUNG

Und so wirkt das Gebäude tatsächlich kleiner, als es in seiner Gesamtheit eigentlich ist. Die Architekten setzten vor allem aber auch auf die ästhetische Wirkung des Lichtes. Der großzügige Einsatz von Glasflächen, eingefasst in möglichst schlanke Profile, spielt dabei eine wichtige Rolle. Berghuis: “Die Eckbereiche der Eingangshallen sowie der darüber liegenden Apartments wurden offen gestaltet, die Fenster stossen mit einer Dilatationsdichtung aneinander. Auch das Blickfeld zu den Außenbereichen wollten wir möglichst wenig durch Pfosten und Riegel unterbrechen. Es sollten etagenhohe Schiebetüren sein, der gesamte Entwurf musste sich in einer Konstruktion lösen lassen. Von anderen Systemlieferanten wurden uns Lösungen mit festen Komponenten angetragen, die neben dem beweglichen Teil montiert werden sollten Daraus hätten sich aber wieder doppelte Pfosten ergeben. Mit der Systemlösung CP 96 von Reynaers waren wir in der Lage, die gesamte Breite eines Wohnkomplexes mit dem Schiebeelement zu versehen. Das Ergebnis ist eine sehr leichte Konstruktion, wirklich fantastisch.” Berghuis unterstreicht aber auch, dass neben der Ästhetik das Preis-Leistungsverhältnis eines Produktes eine mindestens ebenso wichtige Rolle spielt. “Wir präsentieren einem Bauunternehmer unsere Wünsche. Der jedoch beurteilt nicht nur den ästhetischen Aspekt, sondern auch die finanzielle Seite. Auch in dieser Hinsicht wusste Reynaers zu überzeugen.”

Verarbeiter: 
Smits Gevelbouw
Architekt: 
Klunder Architecten
Ort: 
Rotterdam, die Niederlande
Fotograf: 
Luuk Kramer
andere Partner: 
Heijmans Era Ontwikkeling v.o.f. (Investors) Bouwcombinatie De Hofdame (Heijmans IBC Bouw/Era B (General Contractors)