Dalston Lane

Dalston Lane

Robin Gimblett Goddard Manton

Was ist in Dalston passiert? Vor 20 Jahren schrieb der Heimatkundler Patrick Wright wehmütig in „Eine Reise durch Ruinen: Die letzten Tage von London“ über ein verschwindendes Dalston, ein Dalston, in dem Gebäude und Eigentümer offen waren und in dem die Zeit langsamer zu verstreichen schien oder ganz stehen geblieben war. Die Geschäfte sahen wie in den 1950-er Jahren aus und die Menschen schlenderten ziellos umher, halfen einander aber. In den letzten Absätzen des Kapitels mit dem Namen „Um die Welt in 300 Schritten“ warnt Wright vor einer totalen Veränderung der Gesellschaft von Dalston, in der der Gedanke Kaufen-zum-Vermieten die neue Bevölkerung prägt.

Wright lag möglicherweise mit seiner letzten Prophezeiung falsch, aber ein Wandel hat sich in Dalston bestimmt vollzogen, und die Einwohner von Londoner hören immer öfter über diesen Ort am Overground in East London. Nachdem Brick Lane, Spitalfields und Shoreditch unerschwinglich werden, wird Dalston immer mehr zur neuen Heimat der trendy Londoner, und so drängen sich Bistros für Yuppies sowie gemeinschaftliche Gärten zwischen Arbeiterkneipen und Baustoffhändler. Hier findet ein Kampf statt, und noch ist nicht abzusehen, wer gewinnen wird.

Inzwischen liegt allerdings ein visionärer Plan für die Bebauung und die Demographie von Dalston vor. Ein Teil dieses Plans nahm 2007 mit der ersten Phase von Dalston Square konkrete Gestalt an, einem Plan zur städtischen Neugestaltung, der vom Stadtteil Hackney und der Stadtentwicklungsgesellschaft London initiiert und von Barratt Homes verwirklicht wurde. Dabei entstehen insgesamt 553 Wohnungen, von denen die meisten bereits fertig gestellt wurden, in drei Etappen an der Kreuzung Kingsland Road und Dalston Lane neben einem neuen Bahnhof. Zusätzlich zu diesen Wohnungen umfasst dieses Projekt eine 3200 m² große öffentliche Bibliothek, eine 2650 m² große gewerblich genutzte Fläche und eine 525 m² große gemeinschaftlich genutzte Fläche, die einen 4300 m² großen öffentlichen Platz umgibt.

Wintergärten ragen aus der westlichen Fassade heraus und bieten einen Ausblick auf den öffentlichen Platz (Bau-Etappe 1)

Dieser öffentliche Platz bildet somit das Zentrum der Entwicklung, an dessen Nord-Süd-Seite die mittleren bis hohen Gebäude verlaufen. Die von Ayrop Associates entwickelte erste Etappe, Dalston Lane South, wurde 2010 fertiggestellt und umfasst 244 neue Appartementwohnungen. Robin Gimblett von Goddard Manton Architects, die für die Unterstützung während aller Etappen zuständig waren, erklärt, dass das Gebäude „die Festigkeit eines Gebäudes mit Ziegelfassade unterstreicht, in dem die Fensteröffnungen in die steinerne Haut gedrückt wurden. Das besondere Merkmal sind die Wintergärten, die aus der westlichen Fassade herausragen und den öffentlichen Platz überblicken. Der Rhythmus und das Muster der vertikalen und horizontalen Rahmung entstand durch die Verwendung von hellen und dunklen Farben.“ Reynaers-Produkte wurden auf dem gesamten Gelände eingesetzt. Am interessantesten ist deren Verwendung jedoch bei den Wintergärten, an denen das Fassadensystem CW 50 mit fester Verglasung und festen Holzjalousien kombiniert wurde. Mit CW 50 ist es möglich, eine maximale Lichtdurchdringung im Gebäude zu erzielen, und gleichzeitig bietet das System eine scheinbar unbegrenzte kreative Freiheit. GP 51, das innovative Terrassen- Verglasungssystem, wurde bei den Balkonen eingesetzt. Im Erdgeschoss wurde das System CW 50 zusätzlich zur festen Verglasung und einigen verglasten Lichtöffnungen sowohl für die Ladenfront der Geschäfte als auch die Bibliothek verwendet.

Unterdessen haben McAslan and Partners die 2. Etappe, Dalston Junction Interchange, entworfen. Hier haben die Architekten vier miteinander verbundene Türme, drei davon sechs- und einer neunstöckig, mit in vier Bereiche eingeteilten Balkonen konzipiert, sodass sich die Fassade nach Osten über den öffentlichen Platz oder nach Osten zur Kingsland Road erstreckt. Der Balkon mit der verglasten Balustrade ist über Schiebetüren zugänglich, die auf der Systemreihe CP 130 von Reynaers basieren. Darüber hinaus besteht das Gebäude aus weißen, glasfaserverstärkten Betonplatten und einer Holzverkleidung, um dem Außenbereich eine wärmere Ausstrahlung zu verleihen. Die letzte Projektphase umfasst einen Block mit 32 Wohneinheiten, der 2013 fertig gestellt sein soll.

 

Der Umfang dieses Projekts ist außergewöhnlich groß und dessen Einfluss auf eine Gesellschaft im Umbruch wird erheblich sein. Bisher lässt sich jedoch noch nicht abschätzen, zu wessen Vorteil das Projekt Dalston Square verlaufen wird. Auf jeden Fall entsteht hier eine neue, hochwertige und lebendige Straßenlandschaft, in der Fußgänger- und Radverkehr angeregt wird, und mit attraktivem Wohnraum, der zweifellos reißenden Absatz finden wird. Somit lassen sich sicher die wesentlichen politischen Ziele zur Wohn- und Stadtentwicklung der Stadt erreichen.

Verarbeiter: 
M Price
Architekt: 
Robin Gimblett Goddard Manton
Ort: 
London, Grossbritannien View on map
Fotograf: 
Nick Short Photography
andere Partner: 
Barrat Homes (Investors) Barrat Homes (General Contractors)
benutzt Reynaers Systeme: