Court of Justice Building The Hasselaar

Court of Justice Building The Hasselaar

TWINS (J. Mayer H./a2o architecten/Lens°ass architecten)

Die Skyline von Hasselt wurde um ein neues Symbol erweitert: Gerichtshof Hasselaar. Das neue Gerichtsgebäude mit seinen 14 Stockwerken grenzt direkt an die Bahnstrecke und wurde von TWINS entworfen (bestehend aus Jurgen Mayer H. Architekten, a2o Architekten und Lens°ass). Es ist das neue Zuhause für alle gerichtlichen Bereiche, die zuvor überall in der Stadt verstreut untergebracht waren. Der Gerichtshof Hasselaar ist durch die an die 1970-er Jahre erinnernden Farben ein behaglich wirkendes Gebäude, während die Fassade an die Adern eines Blattes und eine echte Baumstruktur erinnert.

Der Gerichtshof Hasselaar löst durch die an eine Baumstruktur erinnernde Fassade ein positives Gefühl beim Betrachter aus

Den Besuchern der Stadt, die mit dem Zug in Hasselt eintreffen, fällt der neue Gerichtshof sofort auf, und sie spüren instinktiv, dass hier etwas Neues geschaffen wurde. Der Trend zur Anpassung von Bauwerken, die direkt an Bahngelände grenzen, findet sich in letzter Zeit immer häufiger in Belgien. Zum Beispiel bei Projekten in Städten wie Gent, Leuven, Sint-Niklas, Antwerpen und - jetzt auch - in Hasselt. Im Jahr 2001 erarbeitete West 8 einen Masterplan für Hasselt, der der Stadt neue Impulse geben sollte. Das Gerichtsgebäude spielt dabei eine Schlüsselrolle, und zwar sowohl hinsichtlich des wunderbaren Entwurfes als auch der Funktionalität.

 

Das Gebäude umfasst einen öffentlichen Flügel mit insgesamt sechs Stockwerken, in denen sich die Sitzungsräume des Gerichts sowie die Bibliothek und Büroräume befinden. In Analogie zu einem gewachsenen Baum ist der obere Bereich des Bauwerks dem Büro des Staatsanwalts vorbehalten. Dieser Teil erhebt sich in der Mitte des Gebäudesockels. Die Ähnlichkeit zu einem Baum findet ihre Wurzeln nicht nur in der Geschichte der Stadt selbst, in deren Wappen drei Haselnusssträucher zu sehen sind, sondern auch in vielen Anspielungen zu Bäumen in der Rechtsprechung. Zum Beispiel der Baum, unter dem ein Urteil erlassen wird, der Baum des Lebens, der Menschen eine zweite Chance bietet usw. Dieser obere Gebäudeteil ist für die Bürger der Stadt deutlich sichtbar, und durch Seine Höhe ist er von fast überall in der Stadt zu sehen. Die Geometrie und das Muster der Außenfassade scheinen dem Gebäude, je nach dem eigenen Blickwinkel, ein immer unterschiedliches Aussehen zu verleihen.

Die Fassadenstruktur wurde zum Teil mit perforierten Metallplatten mit einem blattähnlichen Muster verkleidet

Fassadenstruktur wie feine Adern

Die Außenfassade mit der geäderten Holzstruktur umhüllt die horizontale Wandstruktur wie eine zweite Haut. Die Innenfassade besteht aus hölzernen Fensterbändern. Eine Stahlstruktur an derVorderseite ist teilweise mit einer einfach verglasten Reynaers-Vorhangfassade (CW 50) verkleidet. An einem anderen Teil finden sich perforierte Metallplatten mit einem blattähnlichen Muster, um einerseits den Einfall von Tageslicht zu gewährleisten, und andererseits die Aussicht und die Schattenwirkung zu steigern. Ein Gang zwischen der Innenund der Außenhaut ermöglicht die Ausführung von Instandhaltungsarbeiten.

 

Obwohl Aluminiumprofile verwendet wurden, um die technischen Anforderungen zu erfüllen, ist die Entscheidung zu deren Verwendung in erster Linie auf das Vorhandensein geneigter Fassadenelemente mit einer baumähnlichen Struktur in den oberen Stockwerken und dem Bereich, der zurückversetzt über dem Eingang liegt, zurückzuführen. Darüber hinaus gab es einige schwierige strukturelle Details, für die Reynaers zusammen mit dem Konstrukteur Hegge eine gute Lösung ausarbeiten konnte. Für die ;gebogenen Elemente wurde ein spezielles Kantenprofil entwickelt, um einen optimalen Anschluss an die raue Struktur sicherzustellen. Darüber hinaus wurden die Profile nach der Extrusion nicht gehärtet, sodass eine reizvolle, gleichmäßige Bogenform entstanden ist. Die geneigten Fassadenelemente am Eingang erwiesen sich als wahre Herausforderung, da die Fassade an dieser Stelle nur aus einer einfachen Haut besteht. Die absolut wasserdichten Bauanschlüsse mussten aufgrund der geneigten Glasfassade perfekt ausgeführt werden.

Wahrzeichen für die Stadt

Mit dem Entwurf des Gerichtshofs Hasselaar wollten die Architekten und der Kunde ein besonderes, öffentlich zugängliches Gebäude schaffen, bei dem die typischen symbolischen Elemente wie eine monumentale Treppe, weggelassen wurden, und gleichzeitig eine optimale organisatorische Integration erzielt werden sollte. Gleichzeitig zum Bau des Gerichtshofes wurde das ehemalige Gefängnis, das an einem anderen Ort in der Stadt liegt, entkernt und umgebaut, und zwar im Stil von noA-architects, um Platz für die juristische Fakultät der Universität zu schaffen. Das gesamte Rechtswesen – vom juristischen Studiengang bis hin zu den Gerichten selbst - hat ein neues Zuhause gefunden, während gleichzeitig die einzelnen Bereiche dichter zusammengerückt sind. Der linke Teil des Gebäudesockels am Gericht umfasst eine große Bibliothek, die sowohl von den Jura-Studenten als auch den Gerichts Angestellten genutzt wird. Am Nachmittag können die Räume im rechten Gebäudeteil, die normalerweise für Sitzungen genutzt werden, auch als Unterrichtsräume und Auditorium zum Einsatz kommen. Auf diese Weise wird der öffentliche Gebäudebereich zu einem integralen Bestandteil der Stadt, in dem unterschiedliche Menschen im Rahmen der geltenden Sicherheitsbestimmungen zusammenkommen können. Zudem wird dabei gewährleistet, dass der Gerichtshof weiterhin als Wahrzeichen der Stadt dient.

CW 50 horizontal section inclined façade

Verarbeiter: 
Hegge
Architekt: 
TWINS (J. Mayer H./a2o architecten/Lens°ass architecten)
Ort: 
Hasselt, Belgium View on map
Fotograf: 
Philippe Van Gelooven
andere Partner: 
SOHA (Stedelijke ontwikkelingsmaatschappij Hasselt (Investors) T.H.V. Hasaletum nv (Democo nv, Cordeel nv, Interb) (General contractors)
benutzt Reynaers Systeme: