Four Seasons Hotel

Mit seiner aussergewöhnlichen Kombination aus Betonpfeilern und schwebenden Volumen ist das Four Seasons Hotel von SOM in Bahrain ein neuer Blickfang in der Stadt. Mit seinen 273 Zimmern eröffnet es eine völlig neue Welt des Luxus und erzählt eine Geschichte von Träumen und wechselndem Schicksal.

Das Architekturbüro Skidmore, Owings & Merrill (SOM) sah im Bau des gerade fertiggestellten Four Seasons Hotel in Manama, der Hauptstadt Bahrains, eine Vielzahl von Möglichkeiten. „Es passiert nicht häufig, dass man einen Masterplan erstellt und diesen dann auch wirklich so umsetzt. Gleichzeitig gibt es nicht viele eigenständige Hotelprojekte“, erklärt Projektarchitekt Thomas Behr. „Wir bauen eine Beziehung zu der Stadt auf und hoffen, dass das Projekt zu einem Teil ihres Kulturguts wird, auf das weitere ähnliche Projekten folgen.“ SOM hat sein erstes Projekt in Bahrain, die eindrucksvolle United Gulf Bank, vor fast dreißig Jahren realisiert, und laut Behr zählen diese frühen Schemata bis heute zu den schönsten der Stadt. Beim Four Seasons Hotel lag die Messlatte besonders hoch: Es galt, ein ikonisches Hotel für ein 432.000 Quadratmeter großes Grundstück namens Bahrain Bay an prominenter Lage am Wasser zu entwerfen, das es noch gar nicht gab.

“It is a very strong design in the Bahrain skyline because it is simple”

Der neue Blickfang in der Stadt mit einer
aussergewöhnlichen Kombination aus Betonpfeilern und schwebenden Volumen

Beeindruckend und persönlich

Das von Signature Hotels Management Company S.P.C. in Auftrag gegebene Projekt begann 2004 mit einem Masterplan für Bauland, das in Form von konzentrischen Kreisen vor dem Festland neu geschaffen wurde. Herzstück des Plans ist das 68-stöckige Four Seasons Hotel. Es befindet sich auf einer privaten, fünf Hektar großen Insel, die über eine Brücke und per Boot erreichbar ist. Behr: „Der Entwurf sollte auf jeden Fall in städtebaulicher Hinsicht beeindruckend sein, Gästen aber gleichzeitig ein persönliches, Resort-ähnliches Gefühl vermitteln.“ „Das Design sticht durch seine Schlichtheit aus der Skyline von Bahrain heraus. Die betonverkleideten Säulen und Wände sind sehr dominant. Sie sind ein Statement, eine Art ‚Tor zur Stadt‘.“, beschreibt Behr. „Man kann die Philosophie des Gebäudes bereits von außen erkennen. Das sogenannte Skypod-Restaurant befindet sich oben im schwebenden Volumen, die Gästezimmer in der Mitte und die Lobby ganz unten.“

Der untere Bereich des Turms mit der Lobby und dem Garten hat einen Resort-ähnlichen Touch

Resort-ähnlich

Im unteren Bereich des Turms treffen die urbanen Strukturen aufeinander und erhalten durch die Landschaftsgestaltung, Kubatur und Materialität einen Resort-ähnlichen Touch. Die Texturen und Muster der Betonwände und das kalksteinverkleidete Podium bilden eine erdige, natürliche Oberfläche, die verhindert, dass das Gebäude langweilig und monolithisch wirkt. Im äußeren Eingangsbereich sorgt eine mit Bronzepuder beschichtete Aluminiumdecke, die bis in die Lobby fortgesetzt wird, für eine persönliche Atmosphäre. Die Dominanz des 200 Meter hohen Turms wird durch eine Reihe von Pavillons für Wellness- und Konferenzbereiche auf beiden Seiten sowie durch einen mediterranen Garten mit Olivenbäumen und Wildblumen gemildert. Die Reynaers-Systeme, die der Fassadenbauer Jungbluth Alu Partners nach Angaben des leitenden Ingenieurs Roland Jungbluth deshalb wählte, weil „das Unternehmen seit Jahren erfolgreich und sehr proaktiv mit Reynaers zusammenarbeitet“, tragen ebenfalls zum beeindruckenden Erscheinungsbild und zur individuellen Behaglichkeit bei. Alle Schlafzimmer sind mit raumhohen Fenstern mit Aussicht über die Bucht ausgestattet. Die Aluminiumpaneele schaffen eine optische Verbindung zwischen den verschiedenen Volumen. Insgesamt war das Four Seasons Hotel laut Behr ein ganz besonders wichtiges Projekt: „Aufgrund all der Schwierigkeiten, denen sich Bahrain angesichts der globalen Wirtschaftskrise gegenüber sah, wurden viele Projekte gestoppt. Dies ist das erste größere Projekt seit Beginn der Krise, und es hat eine neue Bauwelle ausgelöst.“

SKIDMORE, OWINGS & MERRILL (SOM)

 

Thomas Behr wurde 1969 in Aachen geboren. Er machte an der RWTH Aachen seinen Bachelor in Architektur. Inzwischen ist er Geschäftsführer des New Yorker Büros von SOM. Seit er im Jahr 2000 zum Unternehmen stieß, war er an verschiedenen internationalen Projekten beteiligt. Nachdem er zunächst vor allem in europäische Projekte involviert war, konzentrierte sich Behr später auf den Nahen Osten, wo er heute sämtliche Aktivitäten von SOM überwacht und koordiniert. Derzeit leitet er die Projekte Kuwait University Student Activity and Athletic Facilities, Thakher City in Mekka und Sheikh Khalifa Medical City in Abu Dhabi. Behr: „Ich bin der festen Überzeugung, dass Architekten eine große soziale, ökologische und ökonomische Verantwortung tragen. Dieses Wissen ermöglicht es mir, das gesamte Potenzial eines Projekts auszuschöpfen.“

Roland Jungbluth (Jungbluth Alu Partners)

Roland Jungbluth was born in 1953 in Raeren, Belgium. He has more than thirty years of experience in the business, working as administrative-director for almost twenty years at one of Belgium’s leading aluminium façade manufacturers Pomel Alu. In 2002 he set up Jungbluth Alu Partners sa (JAP) together with the technical director and now partner André Muller. JAP is a specialist façade company that provides technical solutions for the external building envelope in the fields of design, engineering, work management and construction. It is known for its cost-effective and flexible methods, including erecting onsite factories for each project. The company has completed projects all over the world including the 300 meter tall Aspire Tower in Doha, the Qatar National Convention Centre and Ferrari World in Abu Dhabi, all in partnership with Reynaers.

Typisches Element der CW 86-EF Sonderlösung

Projektlösung

 

Systeme: Sonderlösung basierend auf CW 86-EF und CW 50-SC, CP 96, CS 77-FP

Projektbeschreibung:

  • 15.000 m² Fassade • 2.000 m² mit CW 50-SC, Fenster und Türen
  • 13.000 m² mit CW 86-EF
  • 2.000 m² mit CW 50-SC, Fenster und Türen
  • Entwicklung der Fassaden-Sonderlösungen basierend auf den ästhetischen Anforderungen des Architekten
  • Brücken: CW 86 Elementfassade

- VERTIKALE Deckleisten:
    - Flache Deckleisten neben der Betonverkleidung
    - Zwischen-Deckleisten: Sehr grosse 2-teilige Deckleisten (400 mm tief x 50 mm breit). Zusammenstellung: Profil + angepasste Glasleiste + Klemmprofil + Basisprofil-Deckleiste & Abschluss-Deck-leiste miteinander verschraubt. 

- HORIZONTALE Deckleisten:
    - 1 Teil Deckleiste: 25 mm tief x 100 mm breit
    - 2 Teil Deckleiste: 75 mm tief x 50 mm breit
    - Gleiche Glasleiste mit kleinerem Klemmprofil an einem Teil des Rahmens befestigt

  • Gästeräume: CW 86 Elementfassade

- SSG-Fassade mit zusätzlichen doppelreihigen ‘Deckleisten’ jedes 3. Stockwerk
- Die Verglasung wird auf kleine Profile geklebt, welche auf die Tragstruktur geschraubt werden
- Deckleisten: 400 mm tief x 100 mm breit

  • Podium (Erdgeschoss): CW 50-SC

- CW 50 Slim Line mit Stahl verstärkt
- Pfostenprofile in zwei Teilen auf Stahlkern montiert
- Kombiniert mit verschiedenen Standard-Riegelprofilen

Elemente:

  • Brücken: 1675 mm breit x 3800 mm hoch (typisches Element)
  • Gästeräume: 1750 mm breit x 3800 mm hoch
  • Skypod (oberste Etagen): 2000 mm breit x 5425 mm hoch

Verglasung:

  • 8/16/10 (Vision-Glas)
  • 8/9/10 (Paneel-Glas)
Verarbeiter: 
JAP
Ort: 
Manama, Bahrein View on map
Fotograf: 
Waleed AlAbbas
andere Partner: 
Besix (General Contractors) Werner Sobek (Engineering office)