Hauptsitz Coca-Cola

Hauptsitz Coca-Cola

DL+A arquitectos asociados

Wenn strenge, glatte Bauten der aktuelle Trend bei der gewerblichen Architektur sind, haben die Architekten vom Büro DL+A arquitectos bei diesem Gedanken auf jeden Fall einen eigenen Akzent gesetzt und dem Entwurf für den Hauptsitz von Coca-Cola in Madrid eine subtile Tiefe verliehen. Das Gebäude mit seinem Y-förmigen Grundriss erhebt sich als offener Block. Die Kombination aus den soliden dunklen Fassadenabschnitten und der dynamischen, grünen doppelt verglasten Wand ist ein wahrer Blickfang. Das strahlende Interieur eröffnet sich als wahre Geode, aber in diesem Fall eher im flaschengrünen Look denn als Amethyst.

Im nördlichen Teil von Madrid gelegen, folgt dieser Bau dem aktuellen Trend von Bürogebäuden hin zu energiesparenden Installationen sowie der durchdachten Verwendung wiederverwerteter und wiederverwertbarer Materialien. Der World Wide Fund For Nature (WWF) hat bei diesem Projekt technische Hilfe geboten. Für das Gebäude wurden LED-Beleuchtung und FSC-zertifiziertes* Holz verwendet, das Niederschlagswasser wird im Garten wiederverwendet und das Dach wird zur Aufheizung von Wasser und zur Erzeugung von Photovoltaikstrom genutzt.

Aber die modernen Aspekte des Gebäudes beschränken sich nicht auf verborgene Installationen und unsichtbare Technologie. Die Konstruktion und die Details sind äußerst hochwertig. Um das Ziel der Schaffung eines transparenten Bildes zu verwirklichen, wurde in alle Fassaden eine riesige Fensterfläche eingefügt. Auf den zur Autobahn gerichteten Oberflächen wurde eine zweite Haut trapezförmiger Glasplatten versetzt angebracht, hinter denen die Fenster jeweils vom Boden bis zur Decke reichen. Die Reynaers-Rahmen vervollständigen die intensive Plastizität dieses flaschengrünen räumlichen Gebäudes dadurch, dass die Hälfte der Pfosten gewinkelt in der dahinter zurückgesetzten Fassadenfläche angebracht ist. Durch diese Tiefe erhält die Fassade eine besondere Dynamik. Gleichzeitig bieten die vertikalen Pfosten des Systems CW 50-SL die Möglichkeit zur Verbindung von Innenwänden in jedem beliebigen Winkel.

Das Glas in den dunklen Fassadenflächen bewirkt ein raffiniertes Detail in der durchgehenden horizontalen Linienführung, die durch Glasscheiben mit den gleichen Abmessungen wie den hinterlüfteten Fassadenelementen entsteht. Tektonisch gesehen erzeugt die hinterlüftete Fassade ein eher vieldeutiges Bild, weil die durch die Scheiben entstandene Einteilung der Oberfläche an Schichten von Felsgestein erinnert. Nichts aber wäre unrichtiger als ein solcher Schluss, denn die Grundlage dieser Technologie besteht in der Möglichkeit zur Anbringung einer Verkleidung, durch die Frischluft frei von hinten zugeführt werden kann. Dieses Wechselspiel von Schwere und Leichtigkeit, von Hängen und Stapeln ist eine altbekannte architektonische Technik. Deren Anwendung bei einem Fenster aber ist etwas ganz anderes.

Der Gedanke, dass die Öffnung zwischen zwei massiven Platten, eine Art versunkener Mörtel, auch zur Verbindung von zwei Glasscheiben verwendet werden kann, ist eine Idee, die über das Prinzip der Vorhangfassade hinausreicht. Die Vorhangfassade hat das Glas bereits von dessen Rahmen befreit und die Illusion geschaffen, dass nichts weiter als ein wenig Silikonmasse zwischen den Scheiben benötigt wird. Sogar dieses Dichtungsmittel ist aus den Details der Serie CW 86 verschwunden. Das tiefe Rahmenprofil wurde so konzipiert, dass es scheint, als ob sich nichts als Luft zwischen den Glasscheiben befindet. Das Glas wird auch nicht wirklich eingefasst, sondern mithilfe eines Aluminiumrahmens gesichert. Aber dieser Rahmen ist von der Gebäudeaussenseite her unsichtbar und die Seitenränder des Glases sind völlig frei. Sowohl dieses Detail als auch die Farbe des Glases führen dazu, dass das Glas bei einem bestimmten Lichteinfall kaum noch von dem Verbundmaterial zu unterscheiden ist.

Einmal von der volumetrischen Festigkeit abgesehen, ist der Hauptsitz von Coca-Cola in erster Linie ein Musterbeispiel für die Verwendung von Glas und dafür, wie es sicher gehalten werden kann. In einer frühen Entwurfsphase äußerten die Architekten, dass die Menschen hier „in einem Hauptsitz arbeiten sollen, der offen zur Welt ist“. Somit wurde bereits damals entschieden, dass die Fenster bei diesem Projekt zu einem entscheidenden architektonischen Detail werden würden. Dieser Gedanke ist letztendlich Wirklichkeit geworden.

* FSC ist ein Zertifizierungssystem, das international anerkannte Standards, eine Sicherheit für Markenzeichen und eine Akkreditierung für Firmen, Körperschaften und Organisationen bietet, die ihrerseits ein Interesse an einer verantwortungsbewussten Forstwirtschaft haben.

Verarbeiter: 
Faycer Systems
Architekt: 
DL+A arquitectos asociados
Ort: 
Madrid, Spanien View on map
Fotograf: 
Wenzel
andere Partner: 
Coca-Cola Company Spain (Investors) Ferrovial Agromán (General Contractors)
benutzt Reynaers Systeme: 
Fenster
  • CS 68